Die Geschichte der Seide

Glaubt man der chinesischen Legende, wurde Seide 2640 vor Christus von Xi Ling Ji entdeckt, der 14-jährigen Ehefrau des dritten chinesischen Kaisers Huang Di ( auch bekannt als gelber Kaiser, der die imposante Totenstadt Xi An bauen ließ).

 

 Xi Ling Ji war gerade dabei eine Tasse Tee unter einem Maulbeerbaum im Palastgarten zu trinken, als ein Seiden Kokon vom Baum in ihre Tasse fiel. Sie und ihre Zofen sahen erstaunt zu, wie der Kokon sich aufzulösen begann, und ein langer feiner Faden zurückblieb. Xi Ling Ji war entzückt von der Schönheit und Stärke dieses Materials, so dass sie tausende Seidenkokons sammeln ließ, und daraus einen Umhang für den Kaiser wob...

 

 So weit die Legende...

 

In der Tat ist Seide als Stoff für Luxusartikel in China bereits seit 4000 – 5000 Jahren bekannt. Ursprünglich durfte nur der Kaiser dieses edle Material tragen, später auch hohe Beamte am Hofe. Mit der Weiterentwicklung der Produktionstechnologien verbreitete sich der Gebrauch der Seide. Zeitweise wurde Seide wegen ihres hohen Wertes auch als Zahlungsmittel verwendet. Ab etwa 2000 vor Christus begann China Seide über die sogenannte Seidenstraße auch mit westlichen Ländern zu handeln, wobei Seidenprodukte jedoch immer Luxusartikel für wohlhabende Menschen waren.

 

 

 

Die Verbreitung des “Produktions- Know-Hows“ der Seidenherstellung war dabei bei Todesstrafe verboten – und konnte dadurch für über 2500 Jahre verhindert werden. Es wird behauptet, dass es etwa 550 nach Christus zwei Mönchen gelungen ist, Seidenkokons in ihren Wanderstäben bis nach Konstantinopel / Byzanz zu schmuggeln, wo dann jahrhundertelang der wichtigste Seidenmarkt war. Es dauerte allerdings noch gut weitere 700 Jahre ( bis in das 13. Jahrhundert), bis sich die Technologie der Seidenherstellung weiter nach Westen verbreitete.

 

 

 

Im um 1400 wurden in der Lombardei grosse Maulbeerbaumplantagen angelebt und im 15ten Jahrhundert war Italien dann die führende Nation in der Herstellung von Seide, welche im 19ten Jahrhundert ihre Blütezeit hatte. Später wurde dies Frankreich, welches im 17. Jahrhundert seine Kapazitäten in der Seidenherstellung stark erweiterte. Um 1620 wurde dann der Seidenweberbezirk in London durch geflohene Hugenotten gegründet. Vom 17. bis in das 19. Jahrhundert war Krefeld eine der Stätten der Seidenherstellung.

Von China aus verbreitete sich die Seidenraupenzucht und die Seidenherstellung nach Indien, Korea und Japan. Auch heute noch sind diese Länder nach China und zusammen mit Brasilien und Thailand die weltweit bedeutendsten Seidenproduzenten.

 

Bemerkenswertes:

- bezogen auf die Dicke des Seidenfadens hat dieser eine höhere Festigkeit als Stahl !

- die Raupen des Maulbeerseidenspinners wachsen in nur 33 Tagen um das 300 - fache - von 3mm auf 9 cm

- um 1 kg Rohseide zu erhalten werden je nach Qualität des Ausgangmaterials 5 - 10 kg Kokons verwendet - das sind immerhin ca. 2000 - 6500 Stück! 

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aktualisiert 24.09.08 www.antiquariat-daniel-mueller.de